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	<title>Thomas Girbl burning-pictures-art-gallery-collections &#187; Publikationen</title>
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		<title>Dr. Hiltrud Oman / Kunsthistorikerin in Salzburg</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Apr 2006 15:32:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[AUS DEM KATALOG &#8220;UNTERWEGS ZU DEN KÜNSTLERN IM ROSENTAL&#8221;" &#8220;PHÖNIX IM ROSENTAL&#8221; 2006 In Kärnten kennen ihn nur die Insider, in Salzburg ist es nicht anders, in Wien hat er seit kurzem auch eine Bleibe, der Künstler, der kommt und aufbricht und mit dem Feuer malt. Das Wandern von einem Ort zum anderen, über die Gaue, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="font-weight: normal;">AUS DEM KATALOG &#8220;UNTERWEGS ZU DEN KÜNSTLERN IM ROSENTAL&#8221;"</span></h2>
<p><span id="more-2684"></span></p>
<h2><span style="color: #ca162c;"><span style="font-weight: normal;">&#8220;PHÖNIX IM ROSENTAL&#8221; 2006</span></span></h2>
<blockquote><p>In Kärnten kennen ihn nur die Insider, in Salzburg ist es nicht anders, in Wien hat er seit kurzem auch eine Bleibe, der Künstler, der kommt und aufbricht und mit dem Feuer malt. Das Wandern von einem Ort zum anderen, über die Gaue, die Länder und Kontinente hinweg, scheint Thomas Girbl in die Kinderschuhe eingewaxt bekommen zu haben. Als zweiter Sohn eines Tiroler Försters und einer Kärntner Mutter (bis 2004 Hüttenseele auf dem Türkenkopf) ist er im Salzburgischen Pinz- und Flachgau und in Oberösterreich aufgewachsen. Mit 16 Jahren besucht er in Südkärnten die Fachschule für Gestaltendes Kunsthandwerk, Abteilung Graveure, wo erste, schon viel versprechende Radierungen von der Kupferplatte und überzeugende Stahlstiche in der Manier romantischer Landschaftsdarstellungen des 19. Jahrhunderts entstehen. Von Ferlach zieht es den jungen Graveur nach Graz und Köln, seine Meisterprüfung legt er in Innsbruck ab, wo er – eingeschlossen im Bergkessel – den Entschluss für den Beruf des &#8220;freien Malers&#8221; fasst. In Prag und Wien diszipliniert er sein technisches know how, Florida, Indien, China, Bali und Australien bereist er mit dem gut achtenden Blick, den er von klein auf schult.</p>
<p>Durch den Umzug seiner Eltern kam auch er selber zurück nach Kärnten, in ein luzides Haus, am südlichen Fuß des Mittagskogels. Über ihn weiß er zu berichten, dass aus seinen kalksteinernen &#8220;Nasenlöchern&#8221; Wasser trieft oder dampft, ohne dass dies einer Quelle entspringt, und er weiß auch zu erzählen, dass dieser wie stoisch verharrende Berg von niemand Prominenterem als Egon Schiele &#8220;portraitiert&#8221; wurde.</p>
<p>Thomas Girbls St. Jakober Atelier breitet sich über einer versteckt gelegenen Tischlerwerkstatt aus, an einem friedlichen Platz, zwischen dem sprudelnden Mühlbach und einer von Schafen gerupften Obstbaum-Wiese mit Blick in die Süd-Karawanken. In den kleinen Kammern dort stapeln sich seine Arbeiten und harren der Entdeckung, während im großen Arbeitsraum die rohen Leinwände auf die verschiedenen Bearbeitungsprozesse warten. Auf Riesentischen wird sauber kaschiert, an der Staffelei gemalt und vor feuerfestem Hintergrund an einer breiten Wand werden sie dem Feuer ausgesetzt, ihrer &#8220;Marke&#8221;, einer Brandmarke unterzogen.</p>
<p>Die bunten Landschaften, die Thomas Girbl einst in die polierten Oberflächen von Metallplatten gravierte, sind im Atelier nicht mehr aufzuspüren. Wer die Malwerkstatt betritt, ist gefordert, sich durch enges Gebälk – freilich nur auf den Leinwänden &#8211; von dominierenden Waagerechten und Senkrechten durchzuwühlen. Zum Himmel strebende Säulen und über der Erde liegende Horizontalen, Koordinaten zwischen Abend- und Morgenland, aus Dunkel und Hell, sind durchgehend Girbls &#8220;Thema&#8221;.</p>
<p>Durch die räumliche Enge landet der Blick schneller auf einem Ausschnitt der ungewöhnlich beschaffenen Bildoberflächen, ehe ein Gemälde als ganzes erfasst werden kann. Der biografische Faden zurück zum Graveur lässt sich leicht weiterspinnen und verrät dem Betrachter, dass das Bildmaterial, der Maluntergrund eine unabdingbare Herausforderung im Kunstschaffen des bedachtsamen, sinnegebündelten Malers darstellt.</p>
<p>Viele traditionelle Probeläufe unternahm Girbl mit Pinsel und Ölfarbe auf Leinwänden, doch stets glitt er förmlich daran ab, ungeachtet der vorgegebenen, gerauhten Webstruktur, die eigentlich mehr Halt geben sollte als das Papier. Die Idee, es schichtenweise auf den gewebten Stoff aufzukaschieren, setzt sich durch und läßt die Bilder in gewisser Weise körperhaft und ledrig erscheinen. Die Grundierung erfolgt mit lang erprobten Anti-Feuerrezepturen aus dem alchimistischen Eck in seinem Atelier, wo nichts weiter – wie in anderen Malwerkstätten auch – Gläser und Tiegel mit unterschiedlich farbigen Liquiden aufwarten, um letztlich partiell angefackelt zu werden.</p>
<p>Wendig und mit hoher Achtsamkeit, in geradezu brandschnellem Tempo lässt Thomas Girbl die Flamme über den leinwandenen, himmel- oder wasserblau eingefärbten Malgrund schnalzen und trägt eine weitere, die oberste &#8220;Farb&#8221;schicht auf. Ihrer Wesenheit nach zeichnet sie sich primär durch einen morphologischer Zustand aus, Farbe wird sie erst in dessen Begleiterscheinung, einem warmen Braun, dem des Verbrannten, Verkohlten. Das Anbrennen ist jeweils der Schluss-Akt in Girbls MalAktion. Dieser gefahrenbergende &#8220;Farbauftrag&#8221; könnte sich als verdeckter Angriff auf die Malhäute entblößen, weil er jedes Mal auch Verletzung bedeutet, die allerdings eine bildnerische Transformation evoziert. Dem Maler selbst scheint eine gewisse Unantastbarkeit eigen zu sein, als wäre er, der den Pinsel in Form einer hart tosenden Flamme beherrscht, beständig gegen Feuer, unangreifbar gegen das Böse.</p>
<p>Ein in nahezu allen Bildern vorhandenes, die Seele wärmendes Braun erzeugt beim Betrachten ein archaisches Urgefühl, optisch gebettet in die stofflichen Mutterfasern, die fernöstlichen Papierhäute, in die die Leinwand geschalt ist. Das Resultat aus dem Schichtenaufbau der Papierhäute und dem schleimigen, puffernden Kleister bildet eine an widerstandsstarkes, gegerbtes, und kaum verwüstbares Rinds- oder Büffelleder erinnernde, abwehrtüchtige Oberfläche. Jedoch – als könnte der Zustand des Guten niemals für immer andauern -, erinnern porös sich aus bunten</p>
<p>Farbflächen abhäutende, weggespreizte, angekohlte Partikel an die Kluft zwischen Sein und NichtSein.</p>
<p>Girbls Malerei, die sich vom Gegenständlichen distanziert, mutet fernöstllicher Geist an, die Konzentration auf reduzierte Striche in der Waag- oder Senkrechte setzt sich durch, da und dort sind es Kreise oder Kreisflächen und andere Zeichen mit symbolischer Aussagekraft, deren Lesbarkeit sich nur über das Erkunden exotischer Sprachräume erschließt. Im wesentlichen handeln sie von den Elementen, den Beziehungen von Menschen zu ihrer Umwelt und der Natur.</p>
<p>Girbls Wege erinnern ein wenig an den großen Yves Klein, den Urheber der Monochromen und der &#8220;Feuer-Malerei&#8221; (1957), die als Schreckensrinnerung an Hiroshima nach seinem Japan-Aufenthalt Anfang der 1950er Jahre entstanden. Beide Künstler gehen von einem Inferno aus, Klein vom nuklearen Desaster in Vietnam und Girbl von vewüstenden Buschbränden in Australien, die er, während seines einjährigen Aufenthaltes, dort mit eigenen Augen verfolgte. Während Kleins Feuer-Bilder sich unter den Impressionen eines apokalyptischen Infernos subsumieren lassen, strebt Girbl mittels der bildnerischen Ästhetik die Form eines fragilen Gewandes, dahinter die Idee der Entmaterialisierung als letztgültigen Gedanken von Freiheit, von Transzendenz an. Seine Maxime ist das Ausgleich-Schaffen zwischen den Welten, das Finden der inneren Balance im äußeren Chaos und in subjektiven Grenzbereichen.</p>
<p>Seine brandbraunen, minutiöse Blasen werfenden Feuer-Ignogramme , wie der Künstler sie nennt, sichern einen ultimativen Zustand von Farbe, bevor dieser in den ungeformten Letztzustand von Asche übergeht. Die Licht einfangenden Bläschenreliefs, wie auch die Licht konservierenden, bunten Papierhäute überschwebt der Gedanke an Apokatastasis, worin sich Anfang und Ende bedingen und sich gleichzeitig von einander befreien.</p></blockquote>
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		<title>Prim. Dr. Harald P. David &#8211; Kunstraum Dr. David</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2004 12:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;ILLUSION DES FEUERS&#8221; BIETET DIE NEUE AUSSTELLUNG IM KUNSTRAUM DR. DAVID &#8220;DAS FEUER, DIE KUNST UND DIE ERKENNTNIS&#8221; Der Künstler Thomas Girbl &#8220;spielt&#8221; mit dem Feuer. Die Umwelt wird &#8220;umgestaltet&#8221;, der vermeintlich göttliche Funke sichtbar und berührbar und Veränderung beim Betrachter garantiert. Was macht den Menschen aus, was ist der wesentliche Unterschied zum Tier? Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="font-weight: normal;">&#8220;ILLUSION DES FEUERS&#8221; BIETET DIE NEUE AUSSTELLUNG IM KUNSTRAUM DR. DAVID </span></h2>
<p><span id="more-1841"></span><span style="font-weight: normal; color: #ca162c;"> </span></p>
<h2><span style="font-weight: normal; color: #ca162c;">&#8220;DAS FEUER, DIE KUNST UND DIE ERKENNTNIS&#8221;</span></h2>
<blockquote><p><span style="font-weight: normal;">Der Künstler Thomas Girbl &#8220;spielt&#8221; mit dem Feuer. Die Umwelt wird &#8220;umgestaltet&#8221;, der vermeintlich göttliche Funke sichtbar und berührbar und Veränderung beim Betrachter garantiert.</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Was macht den Menschen aus, was ist der wesentliche Unterschied zum Tier? Es gibt Theorien, die meinen, dass es der Umgang mit dem Feuer war, der uns den Schritt vom instinktgesteuerten Primaten zum zivilisierten sozialen Wesen machen ließ. Umgang mit dem Feuer heißt, es zu bewachen, zu nähren, zu kontrollieren: dem formlosen Element einen Rahmen zu geben, in dem es für uns wirksam sein kann.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-weight: normal;">Das Feuer als Lebensprozess mit dem gleichzeitig ihm innewohnenden Vernichtungspotential ist ein immerwährendes Faszinosum. Nicht umsonst nennen wir unsere Stoffwechselvorgänge Verbrennung mit ihrem Stillstand sind wir erloschen.</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Medium des Schöpfungsaktes</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Ein Künstler wie Thomas Girbl, den das Feuer nicht zum Objekt seiner Darstellung, sondern zum Medium des Schöpfungsaktes macht, will uns mit seinen Werken unmittelbar an unser Existentielles heranführen, an den Kern unserer Lebendigkeit.Wenn er mit Sengen, Abbrennen, Verkrusten von Papier und Farben unsere Umwelt umgestaltet, so setzt er den in uns allen glimmernden (göttlichen?) Funken in sichtbare und berührbare Formen um.</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Beginnend mit einer Ausbildung als Graveur, die er nach Ausbildungen in Graz und Köln mit der Meisterprüfung in Innsbruck abgeschlossen hat, zeigte sich sein breites Interesse durch weiterführende Studien in Wien und Prag. Eine Reise nach Australien, um dort Naturstudien zu betreiben, führte zu prägenden Eindrücken die ihn zu vertiefter Auseinandersetzung mit der bei Buschbränden erlebten Urgewalt des Feuers trieben.</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Der Pinsel wurde zur Flamme, das Pigment zur Glut, das Papier wurde aus der Fläche zum raumgreifenden und – umfassenden Element. Die Ergebnisse sind gewollte, aber wie zufällig erscheinende oder durch Licht- und Farbflecke psychedelisch-provokative Projektionsobjekte – so wie wir in Wolken und Schatten Sinn und Geschichte deuten.</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Der Philosoph Eugen Maria Schulak, der die Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel &#8220;Illusionen des Feuers&#8221; im Kunstraum Dr. David begleitet hat, gesteht sowohl dem Künstler als auch seinem Publikum die Möglichkeit des Erlebens transzendenter Zustände in der Begegnung zu. &#8220;Nicht zufällig ist es ein Praktiker der Philosophie, der seine Aufgabe darin sieht, seinen Klienten Möglichkeiten zur Wahrnehmung neuer Gesichtspunkte und damit zur Überprüfung von Standpunkten zu vermitteln, der sich berufen fühlt, den BetrachterInnen das Werk Girbls in den Räumlichkeiten einer psychiatrischen Praxis nahe zu bringen&#8221;, kommentiert der Gastgeber, Prim. Dr. Harald J. David, Facharzt für Psychiatrie in Wien. &#8220;Wo sonst geht es mehr darum, Licht und Bewegung in vorher wenig zugängliche Bereiche des Seelenlebens zu bringen.&#8221;</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Wenn schon Karl Valentin bemängelt, dass sich das Feuer so schlecht fotografieren lasse, weil es nicht ruhig halte, so wird auch den Menschen im Umfeld des Feuers und der Werke von Thomas Girbl eines klar: Dass man nicht zweimal dieselbe Flamme sehen kann, weil jeder solche Blick sowohl das Betrachtete als auch einen selbst verändert und seine Spuren hinterlässt, Bewegung und Veränderung finden unvermeidlich statt.</span></p>
<p><span style="font-weight: normal;">Text erschien in der Ärzte Woche 24. März 2004</span></p></blockquote>
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		<title>PROF. DR. PHIL. EUGEN MARIA SCHULAK &#8211; PHILOSOPHISCHE PRAXIS WIEN</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2004 12:39:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[REDE ZUR ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG &#8221;ILLUSIONEN DES FEUERS&#8221; 2004 KUNSTRAUM DR. DAVID IN WIEN &#8220;TAGEBUCH, SAGE MIR: WAS KANN UNS RETTEN?&#8221; 12. März 2004, Kunstraum Dr. David Jagdschlossgasse 6, in 1130 Wien Wenn der Leib einer Schlange, einer mächtigen, sich hinstreckt, dicht neben dem unseren, sich aufbäumt, dreht, niedersinkt, und uns – mein Gott – sogar berührt, langsam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="font-weight: normal;">REDE ZUR ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG &#8221;ILLUSIONEN DES FEUERS&#8221; 2004 KUNSTRAUM DR. DAVID IN WIEN</span></h3>
<h3><span id="more-1837"></span><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ca162c;"> </span></span></h2>
</p>
</h3>
<h2><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ca162c;">&#8220;TAGEBUCH, SAGE MIR: WAS KANN UNS RETTEN?&#8221;</span></span></h2>
<blockquote><p>12. März 2004, Kunstraum Dr. David Jagdschlossgasse 6, in 1130 Wien</p>
<p>Wenn der Leib einer Schlange, einer mächtigen, sich hinstreckt, dicht neben dem unseren, sich aufbäumt, dreht, niedersinkt, und uns – mein Gott – sogar berührt, langsam und ekelhaft uns durch und durch anwidert wie ein fauliges Stück, so dass es eng wird ums Herz, es uns beutelt, &#8211; und alles nachts im Dunkeln (und nicht nur einmal, mehrmals), so frage ich dich, Tagebuch: Was kann uns retten? Was hilft, diesen Alptraum zu überstehen, diesen Anblick im Rückblick auch am Tag zu verkraften? Was trocknet die schweißnasse Brust, bannt all das Gift und den üblen Dunst, der dann bleibt und nicht, leider nicht von selbst vergeht? Du pochst auf die Vernunft. Was willst du damit bezwecken? Ist es nicht ganz gleich, dass dies schreckliche Erleben im Grunde nur eine Illusion sein kann, ist es nicht wirklich ganz gleich angesichts der Tatsache, dass es genau so war?</p></blockquote>
<blockquote><p>Am nächsten Morgen frage ich dich dann: Sind wir Menschen nicht alle Geschöpfe Gottes? Sag: Ja oder nein!? &#8212; Du sagst: Ja, &#8211; ja wir sind. Aber dann und wann werden wir eben auch verstoßen und bleiben verlassen, scheinbar grundlos. Deshalb suchen wir – ausgesetzt, obdachlos – Schutz und Unterschlupf bei den Mächten unserer Wahl. In der Not wenden wir uns an alle jene, die uns Versprechungen machen, etwas verheißen, in gutem Glauben und voll Vertrauen. Wir rufen sie an, nennen sie beim Namen, schließen sie in unsre Seufzer und Gebete ein: Maria hilf, Christus auf dem Leichentuch erbarme dich unser, Buddha lass uns von unsren üblen Träumen stets zur rechten Zeit erwachen und reinige unsren Geist. Verhilf uns zu einem dritten Auge, auf das wir sehen lernen und dann sehend alles an Weitblick übertreffen. Und mach uns ein freies Herz, weit und groß wie die Prärie.</p>
<p>Ich habe keine Angst mehr! &#8212; Wer kann das schon von sich behaupten? Währe einer, der solches von sich sagen könnte, uns nicht nahezu unheimlich, &#8211; aber doch wohl immerzu ein Vorbild? Hätten wir da nicht eine heilige Scheu? Könnten wir solchen Blicken standhalten ohne ausweichen zu müssen? Ich habe keine Angst mehr, sagt der große Unbekannte vom Stamm der Miccosukee – und schenkt uns ein erlösendes Lächeln, sendet Licht aus, spendet einfache Erkenntnis: Nimm das geflochtene Rad und banne auch du deine Träume. Im Netz der Spinne liegt Abwehr. Und sei eingedenk alter Weisheit: Der Weg zu hellstem Licht führt durch das tiefste Dunkel. Schmal ist der Pfad, der zum Ziel führt, groß die Gefahren, die dich von ihm abzuhalten drohen. Doch aller Gefahren größte bist du dir selbst. In deine Hand ist alles gegeben. So ist dies der erste Schritt auf dem Weg zur Stärke.</p>
<p>Es ist das Feuer, das bei Thomas Girbls Arbeiten den Ausschlag gibt. Selbst die Fotografien, die er in Form von Siebdrucken verwendet, wurden mit Hilfe des Feuers erst sichtbar. Girbls Collagen brannten im Zuge ihres Entstehens. Man sieht es ihnen deutlich an. Das Feuer durchleuchtet sie. Sichtbar wird es in der Vielfalt der Gelb-, Ocker- und Brauntöne, die uns das auf Leinen kaschierte Papier zeigt.</p>
<p>Thomas Girbls Ausstellung durchmisst einen Weg, einen Weg der Befreiung, von Tagebuchnummer 02.07.1970 bis zum dritten Auge des Schöpfergeistes. Es ist ein Rundgang im Uhrzeigersinn, von 1 bis 25. Auf den großen Formaten waltet der Ernst spiritueller Begegnungen, auf den kleinen überwiegt das Spiel mit Licht und Schatten, mit Farbe und Form. Die großen Formate zeigen Ikonen der religiösen Popkultur, die kleinen Schnitzarbeiten in Papier, umrahmt oder ergänzt von belichteten Gegenständen des Alltags.</p>
<p>Thomas Girbl ist ein Suchender. Den großen Unbekannten Stamm der Miccosukee hat er zu seinem persönlichen Schutz. Seite an Seite dokumentieren die beiden erlangte Freiheit, schenken uns ein Lächeln, wie wenn sie uns sagen wollten: In Dir, in Deinem Wesen, in Deinem Denken und Handeln, in Deinem Tun und Lassen spiegelt sich das Wesen der Welt. In Dir ist alles beschlossen. Da ist keine Stimme in ihr, die Du nicht Ohr hättest zu hören. Du selbst gibst keinen Laut, der nicht ein Echo fände. So ist dies der erste Schritt auf dem Weg zur Weisheit.</p></blockquote>
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		<title>Dr. med. Michael N. Magin</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2003 12:19:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[REDE ZUR VERNISSAGE IN DER EUROMED CLINIC NÜRNBERG &#8220;KUNST UND KÖNNEN&#8221; EuromedClinic Fürth, am 30. 11. 2003 Unter Verwendung von Textpassagen aus Heinrich Rombachs &#8220;Leben des Geistes&#8221;. Mehrere hundertausend Jahre hindurch lebte der Mensch in einer Seinsverfassung, die in bereits aus der Umwelt heraushob und zum Menschen machte - also &#8220;Geist besaß -‚ aber noch nicht den objektivierenden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="font-size: 15px;"><span style="font-weight: normal;">REDE ZUR VERNISSAGE IN DER EUROMED CLINIC NÜRNBERG</span></span></h2>
<h2><span id="more-1825"></span><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ca162c;"> </span></span></h2>
<h2><span style="color: #ca162c;"><span style="font-weight: normal;">&#8220;KUNST UND KÖNNEN&#8221;</span></span></h2>
<blockquote><p><span style="font-weight: normal;">EuromedClinic Fürth, am 30. 11. 2003</span></p></blockquote>
<blockquote><p>Unter Verwendung von Textpassagen aus Heinrich Rombachs &#8220;Leben des Geistes&#8221;. Mehrere hundertausend Jahre hindurch lebte der Mensch in einer Seinsverfassung, die in bereits aus der Umwelt heraushob und zum Menschen machte - also &#8220;Geist besaß -‚ aber noch nicht den objektivierenden, den planenden und sich selbst wissenden Geist, sondern den Geist, der sich erst fand — und erfand, sich gleichsam spielend produzierte.</p>
<p>Wir wollen diese Grundform des schaffenden und sich selbst produzierenden Geistes das Können nennen. Können ist nicht dasselbe wie Machen. Können liegt nur in jenem Hervorbringen, in dem der Mensch mit dem Gestalteten zugleich sich selbst neu gestaltet. Damit wird Können — die Kunst — zur Grundform des Menschseins. In der Urzeit &#8211; und manchmal heute noch &#8211; erlebte der Mensch sein Können — aber auch seine Ohnmacht an den Urphänomenen der Natur: Sintflut — das Wasser. Erdbeben — die Erde. Verheerende Stürme — die Luft. Alles vernichtende Brände — das Feuer. Hier sind sie, die aristotelischen Grundelemente, in ihrem Wesen Gestalt verleihend und Gestalt vernichtend.</p>
<p>Aber das Feuer ist das Faszinosum schlechthin.</p>
<p>Das Auge wird nicht müde, das Spiel der Flammen zu verfolgen, den Kampf zwischen Glut und Dunkelheit, zwischen Licht und Materie, die sich auflöst in glühende Gase und Rauch. Dem Feuer kommt eine tiefe Bedeutung für die Selbstfindung und Selbsterfindung des Menschen zu. Vielleicht macht es die erste “Religion“ des Menschen aus. Den ersten Zentralpunkt. Nicht umsonst wird der Heilige Geist mit der Flamme in Verbindung gebracht. Die Formaussage des Feuers: Es wärmt und gibt Licht, es dient dem Kochen, Braten, Rösten, Räuchern, Härten, Roden, Jagen. Zugleich Waffe und Gefahr, hilfreicher Freund und grimmiger Feind.</p>
<p>Phänomenologie des Feuers</p>
<p>Das Feuer handhaben zu können gibt dem Mensch einen neuen Erfahrungsraum. Es zu bändigen und verfügbar zu machen, wo es gerade gebraucht wird, ohne dass es ausbricht: Im Herd zum Kochen, im Ofen zum Heizen, in der Esse zum Schmieden, das Brandzeichen auf der Flanke des Herdenviehs, Friedrich der Große und sein Tabakkollegium, Marlboro und der Geruch des Abenteuers bis heute&#8230; Es beherrscht die Lebenssphäre vom Mittelpunkt aus — Die Zentralheizung als moderner Ausdruck des archaischen Phänomens: Es ordnet alles auf sich zu, strukturiert das Umfeld kreisförmig, konzentrisch. Das Feuer — es verhält sich wie ein Lebewesen, welches ja streng genommen auch brennt. Atmung nichts anderes als kontrolliertes Verbrennen, oxidative Prozesse, halten es am Leben. Fettverbrennen, geradezu ein Topos der modernen Ernährungsmedizin. Das Feuer fängt klein an, wächst und braucht Nahrung, kann am Anfang leicht verlöschen, verglimmen, verrauchen, es braucht Pflege, um zu wachsen, bricht dann aber leicht aus und wird unkontrollierbar — es will gehütet sein. Es wächst über sich hinaus — verursacht selbst den Wind, den es zu seiner Anfachung braucht. Leicht entwickelt es dann die Allgewalt des Feuersturms, das Vernichtende. Die ältesten Mythen des Weltuntergangs — und die jederzeit gegenwärtigen Ängste — sind solche des Weltenbrandes. Der moderne Terror, welcher sich seine Ikone in den brennenden Twin-Towers geschaffen hat … Das Feuer ist Anfang und Ende. Ständiger Begleiter des Menschen. Was Wunder, dass er vom Feuer über sich selbst viel gelernt hat. Das Feuer ist von jeher Mittelpunkt der Versammlung, vom Lagerfeuer der Hirten bis zum Osterfeuer. Die zentrierende Kraft des Feuers ist der Ursprung des menschlichen Bewusstseins; zu diesem gehört seither Zentralisation und Konzentration. Seine Innerlichkeit hätte der Mensch nicht ausbilden können ohne das Feuer. Von einem Menschen, der etwas bewegt sagt man auch, er hat Feuer.</p>
<p>Thomas Girbl und das Feuer</p>
<p>Feuer hat auch Thomas Girbl. Wir sind uns im Sommer erstmals auf einer Berghütte in den Karawanken begegnet, die von seiner Mutter bewirtschaftet wird. Sofort ist da ein Funke übergesprungen, der Begeisterung entfacht hat. Feuer und Geist, das hatten wir doch gerade. Das Verbundensein mit den Elementen der Natur, wissend, dass man aus diesen Elementen lebt, wächst, Kraft bezieht, aber darin auch zerstört werden kann, das kommt nicht von ungefähr. Girbl bezieht seine Inspiration aus der Erfahrung in den Urgewalten der Natur. Die Buschbrände Australiens haben auch ihn entfesselt. Aber er hat sich nicht zerstören lassen, sondern das Feuer eingefangen, es künstlerisch domestiziert. Sein Pinsel ist die Flamme, seine Farben sind die Glut und die Asche, die aber auf wunderbare Weise — Phönixhaft — aufsteigen und höchst lebendig sich manifestieren: quasi am Abgrund. Dass seine Bilder nicht verbrennen — nur er kann uns sagen, wie viele vielleicht doch vom Feuer aufgezehrt wurden, seine Brandopfer an das Element — liegt an seinem Können, das Feuer so dosiert einzusetzen, dass daraus bleibende Gestalt wird, Objekte und Farben, die wir hier und heute bestaunen können, deren Wärme, deren Spiel aus Licht und Finsternis uns berührt. Ja, auch die Dunkelheit, als dem Kontrast des Feuers schlechthin, ist in seinen Bildern, und macht sie damit authentisch.</p>
<p>Ich will schließen mit einigen Sätzen des Wiener Philosophen Eugen Maria Schulak, der über die Brandmale von Thomas Girbl bewegte und bewegende Worte fand:</p>
<p>In Girbls Bildern wird Natur nicht bloß abgebildet, sondern eingefangen und dem Material aufgeprägt, eingebrannt. Die Form schaffende Kraft des Feuers ist in verbrannten Farbtönen stets sichtbar. Im Zentrum steht jedoch das warme, gelbe Licht der Flammen selbst. Alles wirkt erleuchtet, strahlt aus. Selbst aus der Tiefe dringt noch Licht hervor, macht die Komposition transparent und beleuchtet sie gleichsam von hinten. Hinzu gesellen sich die Farben der Elemente sowie horizontal und vertikal gezogene Bögen und Linien. Letztere wirken gebürstet, geschabt, drehen und verwinden sich, treffen aufeinander, kreuzen aneinander an zentralen Stellen, lösen sich auf und verlieren sich, oft jenseits des Bildrandes. Manchmal kehren sie auch wieder zurück, rücken ans Feuer, um sich zu wärmen.</p>
<p>Lassen wir uns von diesen schönen Bildern in dunkler Jahreszeit wärmen.</p>
<p>Dr. med. Michael N. Magin</p></blockquote>
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		<title>Prof. Dr. phil. Eugen Maria Schulak &#8211; Philosophische Praxis Wien</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Nov 2002 12:35:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZUR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG IN DER GALERIE TON ART 2002 &#8220;BRANDMALE&#8221; Das Handwerk und die Beherrschung des Feuers, diese ersten und grundlegenden Schritte auf dem Weg des Menschen, prägen auch die neuesten Arbeiten von Thomas Girbl, nachhaltig und entscheidend. Die Inspiration entzündete sich an den Buschbränden Australiens, an einer Leben zerstörenden und Leben wieder aufbauenden Naturgewalt im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="font-weight: normal;">ZUR AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG IN DER GALERIE TON ART 2002</span></h3>
<p><span id="more-1834"></span><span style="color: #ca162c;"><span style="font-weight: normal;">&#8220;BRANDMALE&#8221;</span></span></p>
<p>Das Handwerk und die Beherrschung des Feuers, diese ersten und grundlegenden Schritte auf dem Weg des Menschen, prägen auch die neuesten Arbeiten von Thomas Girbl, nachhaltig und entscheidend. Die Inspiration entzündete sich an den Buschbränden Australiens, an einer Leben zerstörenden und Leben wieder aufbauenden Naturgewalt im Rahmen einer sagenumwobenen, archaischen Welt.</p>
<p>Das Geheimnisvolle, das man den Buschmännern nachsagt, findet sich in anderer Form auch in Girbls Bildern. Wie es möglich war, das Feuer einzufangen, zu zähmen und schließlich zu Papier zu bringen, verrät uns der Maler nicht. Und das mit gutem Grund: Es ist sein ureigenes alchemistisches Wissen, das er sich erarbeitet hat, laufend verbessert und fortan hütet. Das Recht auf sein Geheimnis soll ihm niemand aberkennen.</p>
<p>Girbls Bilder brannten im Zuge ihres Entstehens. Man sieht es ihnen deutlich an. Es war exakt so viel Feuer, als nötig war, um dessen Wirkung sichtbar zu machen, um das ihm geopferte Material abzubrennen und dadurch abzubilden. Und es war exakt so viel Kontrolle, Dressur des Feuers, als nötig, um nicht alles zu verlieren &#8211; ein Balanceakt an der Kippe zur Zerstörung, eine kunstvolle Berechnung des Risikos, ein initiierter Kampf zwischen Material und Element, ein gekonntes Spiel mit Vernichtung und Aufbau. Freilich war auch Zufall im Spiel, zwar gesteuert, aber trotzdem wirksam. Ungeplantes wurde dann oft erst später, nach längerem Betrachten sichtbar.</p>
<p>Kein Zaudern war möglich. Auch bedurfte es höchster Konzentration: Der Künstler konnte sich nicht gehenlassen und das Natürlichste tun, nämlich ins Feuer zu starren und sein Züngeln beobachten. Möglich, dass er es trotzdem dann und wann tat. Denken wir an jene Bilder, die ganz und gar verbrannten oder zumindest unbrauchbar wurden, an den Schmerz, der daraus resultierte und an den Lernprozess, der darauf folgte.</p>
<p>In Girbls Bildern wird Natur nicht bloß abgebildet, sondern eingefangen und dem Material aufgeprägt, eingebrannt. Die Form schaffende Kraft des Feuers ist in verbrannten Farbtönen stets sichtbar. Im Zentrum steht jedoch das warme, gelbe Licht der Flammen selbst. Alles wirkt erleuchtet, strahlt aus. Selbst aus der Tiefe dringt noch Licht hervor, macht die Komposition transparent und beleuchtet sie gleichsam von hinten. Hinzu gesellen sich die Farben der Elemente sowie horizontal und vertikal gezogene Bögen und Linien. Letztere wirken gebürstet, geschabt, drehen und verwinden sich, treffen aufeinander, kreuzen einander an zentralen Stellen, lösen sich auf und verlieren sich, oft jenseits des Bildrandes. Manchmal kehren sie auch wieder zurück; rücken ans Feuer, um sich zu wärmen.</p>
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		<title>Dr. Renate Obud &#8211; Leiterin der Städtischen Galerie Villach</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Oct 2002 12:28:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DAS FEUER ALS GESTALTERISCHES MITTEL IN DEN BILDERN VON THOMAS GIRBL &#8220;DIE FEUERTAUFE &#8211; SPUREN DER ERINNERUNG&#8221; Konzentriertes Licht als Korpuskel, Lichtquelle &#8211; oder als Welle im Raum &#8211; Feuersäule, Lichthorizont &#8211; und auch als Interferenzfelder sind in den Bildern von Thomas Girbl als aufeinander bezogene Elemente angelegt und in Farbe und Form sinnlich wahrnehmbar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="font-weight: normal;">DAS FEUER ALS GESTALTERISCHES MITTEL IN DEN BILDERN VON THOMAS GIRBL </span></h3>
<h3><span id="more-1827"></span><span style="font-weight: normal; color: #ca162c;">&#8220;DIE FEUERTAUFE &#8211; SPUREN DER ERINNERUNG&#8221;</span></p>
<blockquote><p>Konzentriertes Licht als Korpuskel, Lichtquelle &#8211; oder als Welle im Raum &#8211; Feuersäule, Lichthorizont &#8211; und auch als Interferenzfelder sind in den Bildern von Thomas Girbl als aufeinander bezogene Elemente angelegt und in Farbe und Form sinnlich wahrnehmbar gemacht. Weiße Flächen in Kugelform, als senkrechte oder waagrechte Streifen bzw. Strichflächen symbolisieren die Anwesenheit hochpotenzierter Licht- = Feuerskraft. Das in der Stofflichkeit der Materie gebrochene Licht wird durch die sanfte Schönheit und Leuchtkraft des gesamten Farbspektrums veranschaulicht. Die Brandspuren als Erinnerungsreste an Umwandlung symbolisieren die stete Verwandlung, den Vorgang der permanenten Veränderung auf dieser Erde.</p>
<p>Das Feuer wird in der künstlerischen Arbeit von Thomas Girbl zum Scheidemittel: es greift die Substanz der malerischen Unterlage an, es scheidet und unterscheidet zwischen Unberührtem (= Ewigem) und zu Reinigendem (= Materiellem, Stofflichem). Es ermöglicht als Katalysator neues Leben: in den Bildern mittels Farbe angedeutet als neue Aspekte und Dimensionen von Ewigem. Feuer als Symbol für Geist, Licht, Kraft &#8211; und damit Leben &#8211; transformiert das sichtbar und unsichtbar stofflich Vorhandene und schafft im Reinigungsprozess die Möglichkeit für Neuwerdung, symbolisiert durch Schönheit und farbliche Harmonie.</p>
<p>Die Spuren der Feuertaufe sind als dahinterliegendes Prinzip des &#8220;Stirb und Werde&#8221; zum zentralen Element des Erinnerns, der Rückbindung in den Wesenskern allen Lebens, geworden. Die Lichtquellen oder Lichtsäulen im Zentrum der Bilder und die farblich nuancierte Umgebung in Blau (= Wasser), in Rot- und Brauntönen (= Erde), welche ebenfalls immer die Kraft des Lichtes &#8211; farblich unterschiedlich gebrochen &#8211; widerspiegelt, sind deutbar als Erzählungen vom Fluss des Lebens schlechthin.</p>
<p>Beeindruckt haben Thomas Girbl auf seinen Reisen die Buschbrände in Australien ebenso wie die symbolhaften Farben in der rituellen Kunst Indiens. Beides ist in sein künstlerisches Schaffen eingeflossen. Alle Arbeiten sind geprägt von den kraftvollen Spuren des Feuers, die den männlichen Aspekt symbolisieren, und einer sanften Farbigkeit als dem weiblichen Aspekt. Die Bilder lassen dem Betrachter viel Raum für das Erspüren einer inneren Empfindung gleichwie für die Entdeckung von stets neu und anders sich darstellenden Bildfigurationen.</p>
<p>Gravierende Ereignisse im Leben hinterlassen stets Spuren. Eingeschrieben als Stationen auf dem Lebensweg sind sie Zeugen &#8211; Zeichen mit Signifikanzcharakter &#8211; am Übergang zu Neuem. Die Arbeiten von Thomas Girbl vermitteln in ihrer Reduziertheit eine tiefe Empfindung vom Geheimnis des Schöpfungsmythos dieser Erde, der sich überall und in jedem Augenblick als Prinzip von Leben in der Natur und im Menschen sichtbar und auch unsichtbar wieder und wieder vollzieht.</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;SELIGE SEHNSUCHT&#8221;<br />
&#8220;Sag es niemand, nur den Weisen,<br />
weil die Menge frech verhöhnet,<br />
das Lebendige will ich preisen,<br />
das von Flammentod sich nähret &#8230;&#8221;<br />
J. W. Goethe</p></blockquote>
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		<title>Klaus J. Schmidt Kurator der Galerie Genius in Düsseldorf</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Aug 2002 12:30:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[AUS DEM KATALOG &#8220;KRÄFTE DES INNEREN AUGES&#8221; &#8220;KRÄFTE DES INNEREN AUGES&#8221; Vor ungefähr zehn Jahren begegneten wir uns, im Hause seiner Eltern, zum ersten Mal und hatten bedingt durch eine gleiche Grund-ausbildung als Graveur viele künstlerische Berührungspunkte. Leider konnten wir damals nur einen kurzen Atelierbesuch machen, es war mir aber sogleich eine hohe künstlerische Begabung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="font-weight: normal;">AUS DEM KATALOG &#8220;KRÄFTE DES INNEREN AUGES&#8221;<br />
<span id="more-1831"></span></span></h3>
<h3><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #ca162c;">&#8220;KRÄFTE DES INNEREN AUGES&#8221;</span></span></h3>
<blockquote><p>Vor ungefähr zehn Jahren begegneten wir uns, im Hause seiner Eltern, zum ersten Mal und hatten bedingt durch eine gleiche Grund-ausbildung als Graveur viele künstlerische Berührungspunkte. Leider konnten wir damals nur einen kurzen Atelierbesuch machen, es war mir aber sogleich eine hohe künstlerische Begabung aufgefallen. Durch unser Gespräch, wie ich heute feststellen kann, hat Thomas Girbl die Empfehlung kompromisslos in seinen neuen Arbeiten umgesetzt.</p>
<p>Thomas Girbl ist sehr Natur verbunden und daher ist es nur logisch, dass er sich intensiv mit den 5-Elementen &gt; Erde-Feuer-Luft-Licht und Wasser &lt; auseinandersetzt. Der physikalische Prozess ist aus dem Bild geformt, er hat sich ergeben aus der Beziehung eines Vorfalls und als Nebensache, aber darüber hinaus klar abgesteckt. Gestaltet wird der Prozess als Erguss und Vereinigung durch Feuer&#8230;. Durch plötzliche Hemmung des Brennenden, erscheint als Resultat, eine Vereinigung, wie mit Kamm und Bürste einer morphologischen Ähnlichkeit oder plötzlich eingefrorenem Prozess, eine Polarisation entsteht.</p>
<p>Die Formen, verbinden sich durch dynamischen Fluss und wie ein Bergkristall sich formierend, fortsetzend in sonniger, floraler und luftiger Iconographie bei den neueren Bildern. Die Zerfaserungen haben Ähnlichkeit mit den Protuberanzen des Sonneninneren und setzen wieder die kosmische und die irdische Realität in Analogie. &#8220;Kräfte des inneren Auges&#8221;. Das Brennen der kosmischen Realität ist zu einer unmittelbar faszinierenden Gestalt geworden. Die Feuerbilder zeigen Schwären, Krusten und Blasen, die beim Anbrennen von Fixativ, Pigment und Ölfarbe entstehen. Mit den organisch wirkenden Feuerbildern will Thomas Girbl &gt; das Malen, wie das Werden, in der Natur als dirigierten, selbsttätigen Vorgang geschehen lassen und die Beziehung zu Fauna und Flora verdichten &lt;.</p>
<p>Selbst sagt er: &#8220;Vorwiegend stehen der Mensch und die 5-Elemente &gt; Erde-Feuer-Luft-Licht und Wasser &lt; im Vordergrund&#8221;.</p>
<p>Bei der Betrachtung seines Werkes bin ich erinnert an Goethes Farbenlehre und seinem zugehörigen Gedicht:</p>
<p>Wäre nicht das Auge sonnenhaft,<br />
wie könnten wir das Licht erblicken?<br />
Lebt nicht in uns des Gottes eigne Kraft,<br />
wie könnt uns Göttliches entzücken?</p></blockquote>
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